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Deutschland | Sachsen

Dresden,Gruna

Gepflanzt: 1883
Baumart: Linde
gemeldet von: Henrik Marwin Höhne

Im Stadtteil Gruna der Stadt Dresden wurde 1883 eine Linde zum Gedenken an Martin Luther auf dem Dorfplatz gepflanzt.Nach der Zerstörung Dresdens im 2.Weltkrieg musste der Stadtteil neu aufgebaut werden , weshalb die Linde nun innerhalb eines Wohnblocks steht.

Das kirchliche Forschungsheim in Wittenberg hat 1983 eine Umfrage in der DDR gestartet um Bäume zu finden die zu Ehren von Martin Luther gepflanzt wurden. Diese Umfrage war auch ein Protest gegen die damalige Umweltpolitik der DDR. Sie wollte dazu auf Rufen, dass Menschen sich für die Pflege und Schutz von Lutherbäume einsetzen, was direkt nicht möglich war. Das Plakat wurde damals von Martin Hoffmann gestaltet

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Ein Gedanke zu „Dresden,Gruna“

  1. Im Archiv der Kirchgemeinde Dresden-Gruna-Seidnitz finden sich leider nur wenige Aufzeichnungen zur Lutherlinde. Zur Pflanzung gibt es keine Unterlagen. Dies ist aber erklärlich, da die Gemeinde erst später als eigene Gemeinde gegründet wurde. Im Jahr 1892 gab es eine erste kleine Dorfkapelle. Die Auspfarrung aus der Kreuzkirchgemeinde erfolgte jedoch erst im Jahr 1908, sieben Jahre nachdem Gruna in die Stadt Dresden eingemeindet worden war.
    Das älteste Schriftstück ist von 1925. Darin wird die Anbringung einer Tafel an der Lutherlinde angeregt. Aus der Sitzung der Kirchgemeindevertretung vom 27.08.1925 wird zitiert: „Zur Frage der Lutherlinde auf dem Dorfplatz Altgruna berichtet Herr Fickler. Den Entwürfen des Herrn Baumeister Henze (Tafel oder Stein) wird im Allgemeinen zugestimmt, die Setzung eines Steines bevorzugt und beschlossen, zunächst mit der Stadtgartenverwaltung ins Einvernehmen zu treten.“
    Im Schreiben an die Stadtgartenverwaltung liest es sich dann wie folgt:
    „Auf dem Dorfplatz (Altgruna) der Vorstadt Gruna befindet sich eine am 10.11.1883 aus Anlass des Jubiläums gesetzte Linde. Der Kirchenvorstand der Th.Gemeinde hält es für zweckmäßig und nötig, diesen Baum als „Luther“Linde“ besonders zu kennzeichnen auf Kosten der Kirchgemeinde u. beabsichtigt eine Tafel oder einen Stein anzubringen, wie es die beifolgenden Skizzen veranschaulichen.
    Die Stadtgartenverwaltung wird um bezügliche Zustimmung rege ersucht mit dem Bemerken, dass zu weiterer Auskunft der Unterzeichnete und das Kirchenvorstandsmitlgied Herr Schlossermeister Fickler, Zwinglistr. 42, gern bereit sind.“
    Bereits am 23. September antwortete die Verwaltung der Gartenanlagen und schrieb:
    „Auf das Schreiben vom 31. August 1925 erteilen wir Ihnen hierdurch die Genehmigung zur Anbringung eines Schildes an der sogenannten Lutherlinde auf dem Dorfplatz Altgruna.
    Die Tafel ist mittels eiserner Bänder und Verschraubungen so zu befestigen, daß eine spätere Verstellbarkeit infolge des Dickenwachstums des Baumstamms möglich ist.“
    Im Protokoll der Kirchgemeindevertretung gibt es am 22. Oktober 1925 den nächsten Eintrag: “ Die Anbringung einer Tafel an der Lutherlinde wird H. Bänsch übertragen.“

    Im Jahr 1933 finden sich erneut Einträge in den Unterlagen zur Lutherlinde. Ein Grunaer Bürger wendet sich an die Kirchgemeinde, da der Dorfplatz in keinem ordentlichen Zustand ist und schlägt vor, mit tatkräftiger Unterstützung von jugendlichen Helfern aus der Gemeinde, den Platz ehrenamtlich wieder in Ordnung zu bringen. Natürlich müssten auch ein paar Mark für Samen gesammelt werden und ein Stück Zaun sollte jemand stiften. Also wandte sich die Kirchgemeinde erneut an die Stadtgartenverwaltung und trug ihr Anliegen vor: „Der Rasenplatz an der Lutherlinde in Dresden, Altgruna, befindet sich in einem unwürdigen Zustande. Die Umzäunung steht blos noch zur Hälfte, die Grasnarbe wird durch spielende Kinder dauernd zertreten. Anlässlich des diesjährigen Lutherjubiläums haben sich Gemeindeglieder bereit erklärt, den Platz im freiwilligen Arbeitsdienst wieder vorzurichten, falls von der Stadtgartenverwaltung eine Fuhre Rasensand, die fehlenden Umzäunungsteile und der nötige Rasensamen zur Verfügung gestellt werden.
    Wir bitten hierdurch die Stadtgartenverwaltung für die baldige Wiederherstellung des Platzes, sei es im obigen Sinne oder durch ihre eigenen Organe, Sorge tragen zu wollen und sehen einem diesbezüglichen Bescheid mit Interesse entgegen.“

    Fast 84 Jahre später steht die Stadtverwaltung genau vor der gleichen Aufgabe, vor der Verschönerung des ehemaligen Dorfplatzes.

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